Japanreise 2018 Blog

2018 im Jahr des Hundes ist es endlich soweit…

Fernando (also ich) fliege mit meiner Familie für drei Wochen nach Japan. Am 21.05.2018 geht es los, wir kommen am 22.05.2018 in Narita an.

Die erste Woche werde ich versuchen 2 x / Tag zu trainieren. Woche 2 und 3 werden komplett der Familie gehören mit Reisen nach Osaka, Kyoto, Nara und Hiroshima. Wir sind schon alle sehr gespannt auf diesen Urlaub. Doppelt so sehr bin ich gespannt auf die Trainings im Hombu-Dojo. Ich versuche soviel wie möglich mitzunehmen… mal sehen, wie mir das gelingt. Derzeit überlege ich, ob ich diesen Blog überhaupt veröffentliche. Mal sehen… vielleicht mache ich es nur für die erste Woche, da eigentlich nur die für diese Seite relevant ist, vielleicht aber auch über die komplette Reise.

Erster Tag:

Der Flug war ok und doch recht lang. Unsere Kleine hat irgendwann den „Rappel“ bekommen und hat im Trio mit zwei anderen Kindern richtig Lärm gemacht. Es war ein wenig peinlich, aber so ist es nun mal.

Die Ankunft war aus zweierlei Hinsicht nicht so schön: Das Gepäck von meinem Schwager ist nicht aus Paris nach Narita gekommen. Also erstmal eine Stunde anstellen, Recherche, Nachsendeantrag stellen. Unsere SIM-Karten, die ich bestellt habe funktionieren nicht, obwohl das zugesichert gewesen ist. Also wieder drei neue holen. Die funktionieren perfekt, wie eigentlich alles hier. Die Bahnen kommen pünktlich, alle Schilder sind auf Japanisch und Englisch, wie auch die Ansagen. Dazu kommt: Es ist alles sauber, keine Zigarettenkippen zu finden, die Straßen sind sauber. Die Menschen sind super freundlich und hilfsbereit.

Ich habe versucht heute Hatsumi Senseis Unterricht um 19Uhr zu besuchen. Davor wollte ich mich für zwei Stunden hinlegen. Resultat: Ich bin um 21Uhr aufgewacht, wie Bernadeth, Stella und Dexther. Alle hungrig übrigens. Also: Kein Training, ab zu einem Restaurant. Danach sind wir alle eingenickt.

Das Wetter ist sehr freundlich, aber schon verdammt warm.

Zweiter Tag:

Heute wollen wir eigentlich alle nach Shibuya spazieren gehen, zumal Dexther Klamotten braucht: Das Gepäck ist noch nicht angekommen.

Norman Smithers, ein Freund aus England, der gestern vergeblich im Hombu auf mich gewartet hat, hat sich allerdings heute um 14:30 zu Nagato Senseis Unterricht mit mir verabredet. Meine Familie fährt nach Shibuya. Davor waren wir einkaufen. Heiko aus unserem Dojo, hatte uns freundlicherweise Butter da gelassen, so daß wir heute morgen frühstücken konnten. Dazu gab es leckeres und frisches (!) Supermarktessen: Pulpo im Tempurateig, Yakitori. Yummy.

Ab 11:30Uhr ist die Familie weg… komisches Gefühl und der typische Spagat zwischen Familienleben/Familienurlaub und Bujinkan.

Da es hier nur Liquids ohne Nikotin gibt und das irgendwie für mich nicht funktioniert, bin ich vorher zum von der Familie gescouteten Familymarkt gegangen, wo ich mir zu trinken und… Zigaretten gekauft habe. Auch hier wieder alle freundlich. Danach geht’s zum Hombu.

Erstes Training im Hombu:

Jetzt ist es also passiert. Ich hatte mein erstes Training im Hombu. Wie mein Gang nach dem Verlassen meines letzten Dojo, bin ich alleine einen Weg gegangen, auf den ich vierzehn Jahre hin gearbeitet habe.

Und wie vor 7 Jahren, als ich mein eigenes Dojo gestartet habe, traf ich meinen guten Freund aus England: Norman Smithers. Wir hatten noch eine Stunde zum Quatschen, dann kamen die ersten Leute, darunter mein guter Kumpel aus Österreich Florian Nikl, der auch die ganzen zwei Stunden mit mir trainiert hat. Danke an Florian, sonst wäre ich verloren gewesen. Das Training war confusing ohne Kraft, kein Kampf, viel Manipulieren mit Bewegungen. Nagato Sensei war „gut drauf“ und es hat allen echt Spaß gemacht. Er fragte mich auch, woher ich komme und später gab es das obligatorische Foto mit ihm. Es gab viele Handwechsel, kleine Schritte, aber konstante Bewegungen. Schwierig und ich hoffe, es bleibt etwas davon hängen. Noch schwieriger wird es, dieses Feeling zu vermitteln.

Am Abend gab es ein Missverständnis zwischen Norman und mir, so daß wir leider nicht zum Aprés-Hombu-Bier gekommen sind. Wir versuchen das am Freitag nachzuholen.

Morgen früh geht es zu Furuta, dann ist Familienzeit. Freitag geht es dann zu Soke am Abend.

Das Wetter ist heute komisch gewesen, viel Nieselregen.

Die Familie war heute u.a. am Denkmal des Hundes Hachiko. Schaut gerne nach, was das für ein Hund ist und was für eine Geschichte mit diesem treuen Hund verbunden wird (welches Jahr hatten wir noch mal?). Morgen will ich auch dort hin.

Dritter Tag

Wie gestern schon geschrieben, ist die Reise und speziell das Training generell immer ein Spagat zwischen Familie und Bujinkan. Ich wollte zwar 2 x Tag trainieren, aber wenn ich die Bilder von meiner Familie in Shibuya sehe, dann muss ich schon sagen, daß es mich schon mitnimmt nicht dabei zu sein. Ich lasse Furuta heute wohl sausen und versuche am Abend zu Noguchi zu gehen, wenn es zeitlich passt. Ansonsten ist morgen das Training mit Hatsumi Sensei dran, zu dem ich auch am Sonntag hingehen werde. Kommende Woche setze ich dann mehr Fokus auf das Training.

Zum Training gehört auch die Balance zu finden. Klar, steht die Reise auch unter dem Stern des Bujinkan-Trainings im Hombu. Aber wie schrieb einer mal: Family is ichiban.

Shibuya:

Zuerst ging es heute nach Shibuya. Hier bereue ich es, daß die WordPress-App nicht so funktioniert, wie ich es mir wünsche: Bilder werden nicht hochgeladen. Shibuya-Crossing ist diese berühmte Kreuzung, die bei Reportagen über das Land oder die Stadt Tokio gezeigt wird. Es ist erstaunlich, wie auch hier alles sauber ist und wie diszipliniert und kontrolliert die Menschenmassen sich bewegen, ohne dabei zu drängeln.

In Shibuya haben wir auch die Hachiko-Statue (diesmal mit mir) besucht. Danach waren wir ein wenig bummeln und landeten kurz im Starbucks, oberhalb der Kreuzung, um uns dort kurz zu stärken (leckerer Matcha-Frappucino) und Bilder von oben zu machen. Dort fing ein älterer Herr an für Stella ein paar Origami-Figuren zu basteln. Als er erfuhr, daß wir aus Deutschland kamen, bastelte er Stella noch einen Kranich in schwarz-rot-gold. Dann bat er darum etwas in sein Gästebuch zu schreiben. Als wir ihm Geld für die Figuren anboten, winkte er ein wenig empört ab, lächelte aber und wünschte uns einen schönen Aufenthalt in Japan. Es ging ihm wohl darum Menschen kennenzulernen, Frieden zu wünschen. Erstaunlich…

In diesem Bezirk haben wir auch – in einer Nebenstraße – das erste Mal Ramen gegessen und waren hellauf begeistert. Der Laden wurde nur von Einheimischen besucht. Das war ein gutes Zeichen. Kräftige Brühe, gute Nudeln und weitere leckere Einlagen.

Danach ging es zum…

Sengaku-Ji-Tempel:

Dies ist ein Soto-Zen-Kloster. Wunderschön, wenig besucht, obwohl es berühmt ist… hier liegen die Gräber der 47 Ronin (gerne nachlesen). Eigentlich ein ruhiger, besinnlicher Ort… leider hat das Stella anders gesehen, da sie die „Herde“ (also uns) zusammenhalten wollte und uns laute Anweisungen gab, daß wir wieder zusammen kommen sollten (wir haben uns ein wenig verteilt, um Bilder zu machen… hatten sie aber im Blick und waren nur ein paar Meter weg… alleine waren wir zumal auch noch). Nach ein paar Bildern und Wechsel der Windeln, beschlossen wir noch einen anderen Schrein/Tempel zu besuchen, den weltberühmten…

Asakusa Schrein:

Dieser ist im Vergleich zum Sengaku-Ji-Schrein bombastisch voll. Die riesigen „Lampions“ am Eingang sind Magneten für Erinnerungsfotos… auch für uns. Zur Geschichte kann ich leider nicht viel sagen, auch hier war Stella (kein Mittagsschlaf und fast immer zu Fuß unterwegs) zwar tapfer, aber auch wieder laut. Trotzdem merkte sie, daß ich am Tempelende (bin mit ihr hin) ruhiger wurde, als ich mit ihr die Treppen hinauf ging. Dort habe ich ein paar Münzen geopfert und kurz gebetet bzw. mir ein paar ruhige Gedanken gemacht. Sie war dabei auch erstaunlich ruhig. Sie machte auch die zwei Klatschrituale, die wir aus dem Training kennen, mit. Leider waren dann weitere Schlitze im Tempel willkommene Einladungen zu weiteren Opfergaben in Form von Münzen… diesmal aber durch Stella und ohne Sinn und Gebet. Das war jetzt nicht viel und irgendwie dann doch putzig.

Los ging es heute um 10Uhr, jetzt ist es mittlerweile 00Uhr. Angekommen sind wir um 21Uhr.

Morgen geht’s zum weltbekannten Fischmarkt in Tokio, um am Abend einen lila-haarigen Meister kennenzulernen…

Vierter Tag

Heute früh ging es gleich Richtung des berühmten Fischmarkts in Tsukiji. Dort habe ich – sorry MarcS – beste Sashimi ever gegessen: Fangfrisch, aromatisch, lecker. Der Markt an sich ist aber voller Touris, weswegen wir eigentlich nicht so lange da geblieben sind. Der Markt ist aber einen Besuch wert.

Unweit des Marktes gibt es den buddhistischen Tempel Tsukiji Hongan-Ji. In den Tempel sind wir dann aber nicht mehr gegangen.

Danach ging es nach Akihabara. Dort waren wir ein wenig spazieren und sind zu Fuß zum Bahnhof Tokio gegangen. Dort hat Stella ihr „Hello Kitty“-Plüschtier ergattert. Das Sublevel des Nordtowers des Bahnhofs ist voller Spielzeuggeschäfte. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß beim Auswerten der CCTV-Bilder der Eindruck besteht, daß ich ein Kind entführe, weil ich sie von jedem Store wegzerren muss. Für fünf Minuten (oder Sekunden?) war „Hello Kitty“ der Renner, kurze Zeit später „Pikachu“.

Danach ging es zurück nach Noda, da ich heute zum…

Erstes Training bei Hatsumi Sensei

…gewesen bin. Wahnsinn. Die Lehren eines mir unbekannten Mannes, haben mich jahrelang beeinflusst… in vielerlei Hinsicht. Ich habe Bücher von ihm, Videos von ihm und Geschichten gehört… und natürlich Einfluss durch das Training der Kampfkunst seit 14 Jahren.

Jetzt sollte es dann wirklich passieren. Der Mann hat Charisma und beeindruckt mit seiner Agilität und wachem Geist mit 87 Jahren. Unglaublich.

Vor dem Training habe ich viele Leute getroffen, von denen ich bisher nur gelesen habe oder schon lange nicht mehr gesehen habe. Darunter auch Paul Masse, der mit seiner Frau die Kasumi-An-Häuser betreut und quasi unser Mit-Vermieter ist. Großartiger Budoka und Künstler.

Um 19:30Uhr war es dann soweit, er stand im Raum und ließ zwei japansichen Schülern eine Koto-Ryu-Technik zeigen, die er erstmal waffenlos geändert hat, um dann später in Muto-Dori zu wechseln (platt und einfach: Gegner mit-, selber ohne Schwert). Ich habe mit Norman Smithers trainiert, was wirklich hilfreich gewesen ist.

Hatsumi Sensei wollte dann eine Technik von hochrangigeren Teilnehmern wiederholen lassen zur Präsentation für alle anwesenden und einer Videokamera. Augenscheinlich wird eine kurze Doku gedreht.

Gleich als ersten Teilnehmer rief er meinen Freund Norman auf. Passenderweise war ich ja sein Trainingspartner und schwupps war ich plötzlich vorne. Ich griff als erster an und Norman machte die zu wiederholende Technik. „Uke’s job is to make tori look good“, ich glaube das kann ich einigermaßen, so daß für mich die Präsentation durch war. Plötzlich griff sich Norman mein Schwert und griff mich an, so daß ich vor 100+ Leuten die Technik machen sollte. Super, daß ich sie noch nicht verinnerlicht habe und ganz was anderes gemacht habe.

Nach einer Stunde gab es dann Kalligraphie für die Schüler. Man kann Sensei einen Begriff nennen und er malt/tuscht es dann auf eine Leinwand.

Danach ging es noch eine Weile mit Training weiter. Es gab einen Godan-Test, der auch bestanden wurde. Ich bin Norman als treuer Dackel gefolgt und merkte nicht, daß ich bei den 15. Danen saß, die den Test beurteilen sollten. Norman fiel das auf und schickte mich gleich weg.

Nach dem Training gab es noch spannende Geschichten von Teilnehmern und leckeres Guiness. Dann ab nach „hause“, wo ich diese Zeilen gerade schreibe.

Morgen geht’s nach Disneyland, Sonntag geht es mit dem Training weiter… wieder bei Hatsumi Sensei.

P.S. zum Training:

Tenor ist eigentlich „don’t fight, be natural and train slowly, don’t grab“.

Fünfter Tag

Wie angekündigt stand der Tag heute im Zeichen unserer Tochter: Heute war ihr erster Besuch in einem Disneyland. Für mich allerdings auch. Bisher habe ich mich davor gedrückt und wollte nicht in die bunte-heile-Welt gehen. Mit Kind ändert sich das irgendwie, zumindest bei uns. Sie hatte sichtlich ihren Spaß.

Danach waren wir noch in der Umgebung des Tokioter Bahnhofs, haben dort wieder leckere Ramen gegessen.

Heute gehen wir ‚mal früher ins Bett. Morgen früh bin ich bei Soke. Kommende Woche werden Bernadeth, Stella und Dexther eher alleine etwas machen. Montag bis Donnerstag werde ich häufiger ins Hombu gehen. Auf dem „Menü“ stehen neben Soke noch Ishizuka Sensei, Noguchi Sensei und Nagato Sensei.

Sechster Tag:

Heute morgen ein wenig ausgeschlafen: Aufgestanden diesmal erst um 08Uhr. Danach frühstücken, kurz sammeln und dann ging es auch zu Hatsumi Senseis Sonntags-Unterricht.

Da Norman diesmal nicht da gewesen ist, habe ich heute mit einem Buyu aus Argentinien trainiert, der echt gut und nett gewesen ist. Wir sind mit unseren 16 Stunden Flug eigentlich gut bedient. Der gute Mann (der mit seiner ebenfalls trainierenden Frau) hier nicht nur trainiert, sondern auch seine Hochzeitsreise genießt, hat einen 34 (!) Stunden Flug. Krass, das ist ‚mal Commitment.

Nach dem Training, legen wir einen Ruhetag ein und kochen in unserem Haus inkl. (Nach-)Mittagsschlaf. Heute werden wir nicht soviel machen.

Am Abend unternahmen wir noch einen Spaziergang in Noda. Morgen zum Nagato-Training. Wird bestimmt gut.

Sechster Tag:

Heute sind wir relativ spät aufgestanden. Aus gesundheitlichen Gründen fällt das große Sightseeing heute aus.

Heute steht höchstens das Training mit Nagato Sensei an und danach ein kurzer Trip zum Sakuragi Schrein.

Am Mittwoch werde ich wohl drei Trainings fahren: 1 x bei Paul Masse im Kasumi An Study Center, wo ich aber mit der ganzen Familie hingehen werde. Dann bei Nagato und Noguchi. Die Leute, die bei Facebook sind, haben sicherlich gemerkt, daß gestern und heute weniger Bilder von uns/mir gepostet worden sind.

Das Training bei Nagato war sehr gut. Heute hat er im ersten Teil des Trainings einen frischgebackenen Godan als Uke genommen. Die vielen Handwechsel von Nagato + seine Fähigkeit immer richtig zu stehen, um dabei Uke bewegungsunfähig zu machen, machen es nicht einfach ihm zu folgen. So kam es auch, daß ich Fehler ohne Ende produziert habe. Meine Trainingspartner waren Rob und Norman. Nagato und die beiden haben sich totgelacht, als ich es immer wieder nicht hinbekommen habe. Nichts böses, für die muss ich aber ausgesehen haben, wie ein Volldepp.

Nach dem Training waren wir zu müde, um bei dem schwülen, drückenden Wetter ‚raus zu gehen.

Morgen früh nach dem Training bei Ishizuka, geht es dann zum Sakuragi-Schrein.

Siebter Tag:

Nach einem Missverständnis (gelesen: Training mit Ishizuka um 16Uhr, de facto aber 10Uhr), ging es heute früh gleich zum Training mit dem am längsten bei Hatsumi Sensei trainierenden Schüler: Ishizuka Daishihan.

Bei dem Training ging es viel um Basics, er und einer seiner Schüler, der ihm aushalf/mit geholfen hat, kam häufig zum Korrigieren vorbei. Ishizuka spricht gutes Englisch. Beim Training habe ich heute auch einen Tritt zwischen die Beine bekommen. Es gibt mehr Schmerzen, was ich gut finde (auch, wenn das komisch klingt), da man dann doch mitbekommt, wie sich die Waza im Endeffekt anfühlt.

Nach dem Training ging es zum Sakuragi-Schrein. Dort haben wir ein wenig Zeit verbracht.

Am Abend ging es dann zum nächsten Training zu Hatsumi Sensei. Danach gab es ein paar Guiness im „On Draft“.

Morgen gibt es die letzten drei Einheiten: 1 x bei Paul im Kasumi An, Nagato und Noguchi im Hauptdojo.

Achter Tag:

Heute ging es morgens gleich zu Paul Masse in das Kasumi An Study Center. Paul ist einer derjenigen „Residents“, die am Längsten in Japan leben (25 Jahre). Ein Künstler durch-und-durch. Locker, entspannt und kreativ.

Nach dem Training, daß draußen stattgefunden hat, traf meine Familie dort ein und es man unterhielt sich. Im Training wurde das Feeling von „Muto-Dori“ erklärt, indem man das gestrige Training bei Hatsumi Sensei wiederholt hat. Pauls Einlassungen waren sehr hilfreich.

Da Paul sehr versiert in Kalligraphie und Malerei ist, baten wir ihn darum uns etwas zu malen. Mein Schwager erhielt ein schönes Bild mit Bambus und den Kanji für Familie, Frieden und Liebe. Ich habe Paul Masse 2013 in Deutschland bei einem Seminar in Göttingen kennengelernt. Dort präsentierte er ein paar seiner Arbeiten. Unter diesen Malereien, habe ich mich gleich in eine Leinwand mit einem Drachen „verliebt“. Heute bat ich ihn um einen Drachen und auch, wenn er davon ausging, daß es zu lange dauert, hat er mir einen Drachen mit den Kanji für Shin Ryuu (göttlicher Drache) auf eine kleine Leinwand verewigt. Unbezahlbar, wunderschön.

Zu Mittag ist die Familie dann zu einem Ramen-Restaurant gegangen.

Am Abend gab es vor Noguchis Training noch Privat-Unterricht, um einige Variationen zu lernen. Auch dies unbezahlbar, wie viele Erinnerungen, die wir hier mitnehmen – unabhängig, ob es etwas mit Budo zu tun hat.

Das Noguchi-Training war klasse, allerdings sehr schwer, weil es viele Techniken in kurzer Zeit gab.

Passend zum letzten Training war, daß ich sehr früh im Dojo erschienen bin. Etwa eine Stunde zu früh. Noguchi Sensei lachte, zeigte auf die Uhr, daß ich zu früh sei, ließ mich eintreten und fuhr weg. Ich hatte das Hombu Dojo für mich alleine. Ich genoss die (temporäre) Einsamkeit und Ruhe, machte Bilder und verabschiedete mich innerlich von diesem Teil der Reise.

Neunter Tag:

Heute mussten bzw. wollten wir Richtung Tokyo Center, um unsere Sitzplatzreservierungen für unsere Fahrt nach Osaka zu buchen. Wir haben alle den JR-Rail-Pass erworben und können damit die Shinkansen-Züge quer durch Japan nutzen.

Danach ging es Mittagessen in unserem Lieblings-Ramen-Restaurant essen. Lecker!

Zum Nachmittag sind wir in die Gärten des Kaiserlichen Palastes gewesen. Sehr schön gepflegt und ruhig. Zwischen dem Grün, fanden sich noch ein paar alte militärische Anlagen, sehr interessant.

Auf dem Heimweg ging es noch nach Ueno. Dort war es sehr lebendig, voller Leben und Touristen. Für uns witzig waren die vielen philippinischen Restaurants, Bars und Clubs.

Zum Abend ging es nochmal lecker Burger essen im On Draft an der U-Bahn-Station Atago, unweit vom Bujinkan Hombu Dôjô. Da unsere Lütte noch Lust auf Pommes hatte, holten mein Schwager und ich unweit von unserer Behausung eine Portion Pommes bei einem Diner. Dort trafen wir auch Tomoe und Paul.
Heute geht es früh ins Bett, ab 09:15 Uhr starten wir unsere Reise nach Osaka und lassen Noda und Tokyo hinter uns.

Zehnter Tag:

Nach dem Frühstück, haben wir noch die Wohnung geputzt. Das mussten wir nicht, aber irgendwie fanden wir, daß das eine gute Idee gewesen ist. Tomoko-San (unsere Gastgeberin) hat uns netterweise mit dem ganzen Gepäck nach Atago gefahren.

Von dort ging es zum letzten Mal mit der Tobu-Noda-Line nach Kashiwa, um von dort direkt nach Tokyo zu fahren, wo wir aktuell in einen Shikansen umgestiegen sind, um nach Osaka zu kommen. In der Bahn fühlt man sich wie in einem Flugzeug, nur ist es geräumiger. Es gibt sogar Kabinen für behinderte Passagiere und Raucherkabinen. In 2.5 Stunden sollen wir in Osaka sein, wo uns Kazuma (unser ansässiger Gastgeber) erwartet.
Auf den vielen Bahnfahrten von Atago nach Tokio ist mir aufgefallen, daß wir auffallen. Natürlich durch die Sprache und Aussehen (das geschulte Auge, sieht die Unterschiede zwischen den Asiaten). Es ist aber vielmehr das Benehmen. Wir versuchen immer höflich zu sein, Platz zu machen in der Bahn oder am Bahnsteig, aber nichtsdestotrotz schaffen wir das nicht immer. Auch unser Selbstverständnis Platz zu machen bzw. Platz machen zu wollen und sich zu bedanken und/oder entschuldigen, ist halt nicht antrainiert. Ich bin eigentlich ein zurückhaltender Mensch und entschuldige mich eher leichter, auch oft aus Höflichkeit. Aber hier ist das nochmal eine Spur weiter, als ich es gewohnt bin. Etikette spielt hier eine größere Rolle, auch wenn ich als asiatisch erzogener Mensch kenne und einiges davon abgestreift habe, um westlicher zu sein, westlicher zu wirken. Erstaunlich eigentlich, was so eine Reise gedanklich zur Eigen-Reflektion anstellen kann. Ein Grund, warum ich hierher wollte, war daß es mein Traumziel gewesen ist, nicht nur wegen des Bujinkan-Trainings. Die Reise brachte mich in ein Land, in dem man vieles nicht einfach lesen und verstehen kann und auch nicht jeder Englisch versteht. Geht es bei Urlaub/Reisen nicht auch darum? Ich habe Verwandte in den USA und Kanada und so sehr ich beide Länder ins Herz geschlossen habe, so wenig kann ich mir vorstellen jedes Jahr dort hinzufliegen. Ich hätte das Gefühl entdeckungstechnisch etwas zu verlieren. Ich komme langsam in ein Alter, in dem man schon vieles gesehen und erlebt hat und sich damit auch Redundanzen, Alltag und feste Strukturen bilden. Das ist auch gut, denn ich bin auch kein Fan von Chaos. Wenn ich aber immer nur das Gleiche sehe, erlebe, rieche, schmecke und höre und ich mir das auch in meinen Reisen mit der Familie geben würde, wäre ich eigentlich ein Zombie, der mit einem gewissen Wissenstand weg fliegt und genauso ohne neue Impulse zurück komme. Diesen offenen Geist wollen meine Frau und ich unserem Kind mitgeben. Dieses Mal ist es noch zu früh für sie, um das zu begreifen, aber ein paar Erinnerungen werden bleiben, da bin ich mir sicher aus eigener Erfahrung.

Ich habe heute beschlosssen den Blog weiterzuführen, also auch ohne Bujnkan relevante Themen. Schließlich ist es ein Reiseblog. Trotzdem werde ich diese Blogseite nach zwei Wochen unserer Rückkehr löschen. Für die Teilnehmer meines Dojo, Freunde, Familie und Mitarbeiter, sollte dies ein kleiner Einblick in unsere Reise werden, verbunden mit den Gedanken, die sich während der Zeit bilden. Danach geht es aber auch keinen etwas an.

Elfter Tag:

Heute wird es nach Nara gehen. Dort treffen wir auch einen Freund und Teilnehmer aus meinem Dôjô. Heiko ist mit seiner Familie eine Woche vor uns geflogen und fährt mit seiner „Gang“ in einem Camper. Vier Jahre haben wir versucht uns in Hamburg zu treffen und schaffen jetzt hier in Japan ein „Jet-Set-Treffen“.

Es hat tatsächlich geklappt und wir haben Heiko und seine Familie getroffen. Ganz witzig ist gewesen, daß eine Gruppe japanischer Kids unbedingt ein Bild mit ihm haben wollten. Nach vier Jahren hat man sich groteskerweise in Nara getroffen, während man das in Hamburg nicht geschafft hat. Mit Heiko konnte ich noch kurz über seine und meine Trainingseindrücke sprechen. Vorrangig war aber eigentlich das Treffen der Familien.
Wir trafen uns im Todaiji-In-Park, der mehrere Tempel beherbergt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Imposante Tempel, Schreine und an Menschen gewohnte Hirsche/Rehe waren heute auf unserem „Reisemenü“. Allein dieser „Park“ ist meiner Meinung nach eine Japan-Reise wert.

Im großen Buddha-Saal, war auch eine Statue des „Wächter des Nordens“ dem Tamonten/Bishamonten zu bewundern. Der Name findet sich unserem Dojonamen wieder. Dies kommt daher, weil das Dôjô von meinem Lehrer Tamonten Dojo 多聞天道場 – Bujinkan Dojo Osnabrück heißt und ich als Ausdruck meines Dankes für Thomas Vertrauen meine eigene Gruppe deshalb so nennen wollte.

Nach dem etwa 7-stündigen Ausflug, sind wir nach Namba gefahren und haben uns dort den „Namba-Walk“ angetan. Dieser bestand aus mehreren Geschäften, Restaurants, Streetfood-Ständen.

Heute gehen wir ‚mal wieder früher ins Bett und wollen morgen ein wenig Osaka näher anschauen. Montag steht Ise an, danach Kyoto, bevor es nach Hiroshima geht. Donnerstag ist der Urlaub beinahe um, da wir dann nach Narita fahren und dort noch einen Tag einen weiteren Schrein besuchen möchten. Am Freitag geht es dann schon Heim. Wahnsinn eigentlich.

Die Leute in Osaka und Nara sind schon anders, als in Tokio und Umgebung. Die Leute sind „ruppiger“, weniger freundlich und es herrscht ein wenig mehr Hektik.

Zwölfter Tag:

Heute sind wir sehr spät aufgestanden: Um 08:00Uhr haben wir gefrühstückt und sind um 11:00Uhr wieder eingenickt. Heute machen wir einen entspannten Tag in/um Osaka.
Wir sind heute entspannt um 13:00Uhr aus dem Haus und sind dann locker und ohne Zeitdruck zur Osaka-Burg/Park gefahren. Dabei haben wir uns gefragt, ob wir uns vorstellen könnten hier zu leben. In der Tat merke ich selber, daß es weniger der Ort ist, den man vermisst, sondern die Menschen: Familie, Freunde, Kollegen und auch Mitarbeiter, mit denen man ja den großen Teil des Tages verbringt.

Die Burg und der Park wird am Wochenende wohl gut von Ansässigen und Touristen genutzt. Die Burg selber war leider schon geschlossen, aber wir hatten ausgiebig Zeit gehabt das Drumherum zu erkunden. Es war ein entspannter Tag, der in einer Mall endete. Dort habe ich mich tatsächlich zu einem Uhrenkauf hinreißen lassen. Lustig eigentlich: Bei uns in Europa finden sich Luxusuhren in Boutiquen. Das wird hier prinzipiell auch nicht anders sein, allerdings findet man in den Malls Uhrenanbieter, die nicht nur Uhren wie Casio, Seiko, Citizen, Luminox und Swatch beispielsweise anbieten, sondern man findet auch Marken wie Rolex, Tag Heuer, Omega. Die echten Luxusuhren (Panerai, Audemars Piguet, Glashütte) sucht man dann aber tatsächlich vergeblich.

Es gibt eine kleine Planänderung: Wir lassen morgen Ise leider weg, weil es preislich dann doch einen Unterschied macht. Wir haben uns alle den JR-Rail-Pass besorgt, mit dem wir in alle großen Städte und Ziele via Shinkansen hinkommt. Ise kostet uns leider trotz diesem Pass 3.4000,- Yen extra.

Da wir uns vorgenommen haben, eh‘ wieder zu kommen, ist das nur aufgeschoben.

Morgen geht es wieder früh hoch für ein Rendezvous mit einer (leider traurigen) geschichts trächtigen Stadt: Hiroshima.
Dreizehnter Tag:
Es ist 09:17Uhr und wir sind mit dem Shinkansen auf dem nach Hiroshima aus Osaka aus. Ich bin gespannt auf diese Stadt, die mit Nagasaki zu den (bisher?!) einzigen Opfern eines nuklearen Angriffs zählt.

Interessanterweise habe ich aus dem Training in Noda jemanden kennengelernt, dessen Großvater wohl in der Entwicklung teilgenommen hat. Es gibt dazu eine bewegende Geschichte, die ich hier im Netz nicht öffentlich machen möchte. Soviel sei gesagt: Es schloss sich ein Kreis.
Wir sind Mittags in Hiroshima angekommen. Die Fahrt ging etwa 1.5 Stunden von Osaka aus und es war ein gelungener Tag.

Auf dem Plan standen Hiroshima Castle (da wir gestern auch nicht in die Burg in Osaka kamen), der Friedenspark und die Miyajima-Inseln.

Die Burg war schön und hatte eine Ausstellung u.a. zu Schwertern und Yoroi (Samurai-Rüstungen). Ich war also mehr oder weniger in meinem Element, auch wenn es eher interessenhalber und nicht nicht echtem Expertentum geschuldet ist.
Dort standen auch Bäume, die den Angriff überlebt haben. Schade, daß ein Amerikaner unbedingt an einem Ast zeigen wollte, wie gut er Klimmzüge machen kann. Unabhängig von der Nationalität: Ein Idiot.

Der Friedenspark: Beeindruckend und zum Nachdenken anregend zugleich. Man sollte bedenken, daß eigentlich Deutschland das erste Ziel für den Einsatz der ersten Atombomben gewesen ist. Bei einem Denkmal und der Geschichte hatte meine Frau Gänsehaut und ich Tränen in den Augen.

Die Miyajima-Insel ist einfach nur wunderschön. Meiner Meinung nach zurecht ein UNESCO-Weltkultur-Erbe. Dort sind einige schöne Bilder entstanden. Ein unvergesslicher Tag. Davon hatte ich alleine durch das Training im Hombu Dojo einige, aber mit der Familie war das heute z.B. einer der Tage, den man nie vergessen wird.

Die Leute in Hiroshima waren wieder deutlich freundlicher als in Osaka.
Die Rückfahrt war dann doch enttäuschend, da wir einen Shinkansen erwischten, der an jeder Haltestelle hielt. Also nicht 1.5 Stunden, sondern leider beinahe 3.5 Stunden.

Langsam dämmert es uns, daß unser Abenteuer bald um ist und der Urlaub vorbei sein wird. Morgen steht noch Kyoto an und dann geht es auch schon zur letzten Station nach Narita.

Vierzehnter Tag:

Heute geht es nach Kyoto. Das ist mit dem Shinkansen von Osaka aus ca. eine halbe Stunde entfernt.

Ich hatte gestern kurz mit einem Freund gesprochen, der sich in Hamburg um unsere Wohnung und Katze kümmert und den Verbund an weiteren Freunden organisiert. Ich bin sehr froh über seine Hilfe und wir sind alle sehr dankbar dafür. Unannehmlichkeiten wären uns sehr unwillkommen, die ihm angefallen wären/sind. Dabei kennen wir uns noch nicht so lange. Freundschaft, echte Freundschaft kennt keine Zeit.

Ich muss dabei häufig an etwas vom Training denken. Nagato Sensei erzählte etwas davon, daß Hatsumi Soke mit seinem Training und den Mitgliedern gute Setzlinge gepflanzt hat und alles seinen natürlichen Lauf gehen wird. Die Guten blieben, die schlechten werden von selbst gehen/verschwinden. Ich denke, daß ich das verinnerlichen sollte und damit geduldiger. Alles kommt, wie es kommen soll.
Heute waren wir in Kyoto. Zuerst ging es zum Bambuswald Arashiyama. Einfach schön, wenn das Sonnenlicht durch die Blätter und Äste schimmert und alles einen leicht geheimnisvollen grünen Licht erscheint.

Danach waren wir im Fushiri-Inami-Taisha, einem Schrein, der mehrere Alleen aus tausenden von Torii zum Staunen anbietet. Wahnsinn.

Zum Mittag gab es im Food-Bereich des Kaufhauses Iseten das leckerste Sushi für uns alle überhaupt.

Gestern ist unsere Tochter beim Running-Sushi irgendwie durchgedreht, so daß meine Frau nicht wirklich in den Genuss kam Sushi zu essen. Ich denke aber, daß das heutige Sushi mehr als eine Genugtuung gewesen ist.

Am Abend hat mein Schwager beim Fugu (Kugelfisch) zugeschlagen. Er fand es äußerst lecker und hat zum Glück einen gekonnten Meister gehabt. Unsere Tochter wollte Reis, Nudeln oder Pommes haben. Das gab es alles nicht in dem Restaurant, also blieb uns nur McDonald’s.

Danach ging es zurück nach Osaka.
Fünfzehnter Tag:

Was sich gestern Nachmittag schon angekündigt hatte, hat sich zum Vorabend manifestiert: Die Regenzeit hat begonnen. Wir haben uns dazu entschieden unsere Koffer zu packen. Morgen geht es zur letzten Station in Japan: Narita.
Heute Abend treffen wir uns noch mit unserem Vermieter in Osaka.

Der Tag war gezeichnet von „wir-sind-kaputt“. Nach dem ausgiebigen Mittagsschlaf ging es nach Shin-Osaka, um unsere Plätze für die morgige Reise via Shinkansen zu reservieren.
Wahnsinn, daß es jetzt schon um die Vorbereitungen für die Heimreise geht. Morgen steht als Zwischenstation Narita an, wo wir in einem Hotel die letzte Nacht in Japan verbringen werden.
Am Abend war unsere Tochter leider schlecht drauf, weswegen mein Schwager und ich alleine zum Gasthaus unseres Vermieters gegangen sind. Doof, daß wir vorher in Shin-Osaka ein wenig gegessen haben, weil die Familie unglaublich viel aufgetischt hat. Es war toll neue Menschen und Geschichten zu hören. Ich glaube, daß wir wirklich nicht Typen für ein Resort-Urlaub sind… zumindest nicht komplett. Auch das kann eine schöne Erfahrung sein. Weiter oben schrieb ich ja auch, daß ich auch nicht damit leben könnte jedes Jahr den selben Ort zu besuchen. Leider haben wir uns zu spät mit unserem Vermieter getroffen, da er sonst noch Spezialitäten wir Huhn-Sashimi (was ich aber dankend abgelehnt hätte) und Pferde-Sashimi verpasst haben. Eine tolle Erfahrung und diese Familie würde ich gerne wieder besuchen.

Fünfzehnter und letzer Tag:

Heute früh ging es von Osaka nach Narita. Unsere letzte Station. Schon komisch, da die Einreise mir schon wie eine Ewigkeiten vor kommt.

Die Reise nach Narita war ein wenig anstrengend, da wir mit dem gesamten Gepäck im Shinkansen gewesen sind. Die Klimaanlage war leider – für meinen Geschmack – zu lasch eingestellt. Damit war es recht warm. Nach einem kurzen Zwischenstop in Tokio, ging es geschwind weiter mit dem Narita-Express nach Narita. Dort kamen wir um 14:00Uhr an. Eigentlich waren wir uns einig, daß wir nur noch duschen gehen und uns auf dem Hotelgelände aufhalten.

Da wir aber mitbekommen haben, daß der Narita-San Tempel nicht weit weg ist, haben wir uns doch entschlossen dort hinzugehen. Der buddhistische Tempel war echt schön und um die Uhrzeit wenig besucht. Sehr schön.

Am Abend ging es noch in das Hotelrestaurant, was aber recht gepfefferte Preise hatte, so daß wir uns einigten, daß wir nur Bier trinken werden. Da unsere Tochter vor Müdigkeit Blödsinn gemacht hat, ging es für meine Frau leider schnell wieder hoch.

Mein Schwager und ich tranken das Bier aus und waren uns einig, daß wir wieder herkommen müssen.

Das Bier weckte den „kleinen Appetit“ und so haben wir das erste Mal einen Snack-Automaten probiert, der in 90 Sekunden eine warme Mahlzeit für 370,- Yen zauberte. Geschmacklich… naja, aber der „kleine Hunger“ gab dann Ruhe.

Es waren drei schöne, spannende Wochen. Ein echtes „Fazit“, werden wir erst in ein paar Wochen ziehen können.

Flug nach Hause:

Jetzt ist es leider soweit. Der Urlaub ist vorbei. Wir hatten drei schöne und unvergessliche Wochen.

Ich denke, daß jeder für sich seine eigenen Eindrücke mitnehmen wird, auch wenn wir die Zeit sehr nah beieinander und miteinander gewesen sind.

Für mich war es extrem wichtig, daß ich nochmal Hatsumi Sensei selber erlebe und an das Training unter den japanischen Shihan teilnehmen konnte. Hatsumi Sensei hat vor Jahren einen „Verband“ ins Leben gerufen und mehrere Menschen mit seinem Training, seinen Lehren bewegt. Ich habe Menschen aus Argentinien und Chile kennengelernt, die mehr als 30 Stunden fliegen mussten, um hier trainieren zu können. Trotzdem nimmt jeder seine eigenen „Ergebnisse“ mit. Was wir daraus machen, ist unsere Sache. Wie Nagato Sensei sagte, Hatsumi hat die Saat gesetzt… wie wir wachsen, was wir daraus machen, wird an uns liegen. Ich hoffe, ich gehöre lange zu denen, die etwas Gutes daraus machen.

Noch wichtiger war es mit der Familie Zeit zu verbringen. Außerhalb von der gewohnten Umgebung… Urlaub halt. Dabei haben wir uns kein günstiges Land ausgesucht, sei es aus finanzieller Sicht, noch aus dem kulturellen Aspekt, der schon einen krassen Kontrast zu „unserer Welt“ darstellt. Wir haben UNESCO-Weltkultur-Stätten gesehen, berühmte Kreuzungen… aber die Geschichten erzählen die Menschen, die man trifft oder wir selber.
Ich gehe stark davon aus, daß wir diesen Urlaub niemals vergessen werden. Die Gründe dafür wird jeder für sich tragen. Auch unsere Kleine wird etwas davon behalten, auch wenn es für sie eher abstrakte als konkrete Gedanken sein werden.

Dankbar bin ich meiner Frau, die zwar auch hierhin wollte, aber mir und meinem Training zuliebe beschlossen hat nach Japan zu fliegen.

Würde ich jemals wiederkommen wollen? Ja- definitiv! Hat das Training damit zu tun? Natürlich! Ist das der einzige Grund? Nein: Dafür haben wir noch so viele Sachen, soviele Orte nicht besuchen können. Alleine in Kyoto gibt es noch soviel mehr, was wir hätten besuchen können.

Dazu würde ich mich freuen, wenn unser Kind die Eindrücke hier tatsächlich fassen kann… dafür müssten wir „später“ wiederkommen.

Danke fürs Lesen, matane Japan.